Im Boden versinken

Manchmal habe ich die Fantasie, im Boden zu versinken. Manchmal laufe ich auf der Straße entlang und für einen Moment habe ich das Gefühl zu fallen. Nein, ich sehe mich, wie ich aus mir heraustrete und zu Boden sinke, wie in Zeitlupe; nein, ich sehe mir dabei zu, wie ich mich auf den Boden lege. Auf den Asphalt. Ich fühle die feinen Poren des Asphalts unter meiner Wange und die Nässe von leichtem Nieselregen; nein, ich sehe mich auf das Straßenpflaster sinken, fühle die feinen Sandkörnchen auf den groben glatten Pflastersteinen, fühle die Kälte in meine Haut eindringen, und die Nässe. Dann fühle ich, wie der Boden nachgibt; ich sinke tiefer und ich frage mich, was die Passanten tun würden. Würden sie stehen bleiben und mich betrachten und den Kopf über mich schütteln?

 

 

Würden sie einfach vorbeigehen, mich ignorieren, wie sie die Obdachlosen ignorieren? Würden die Skateboarder und Fahrradfahrer über mich fahren? Würde ich ihre Räder in meinem Rückgrat fühlen? Würde ich vom Boden verschluckt und einfach verschwinden?

 

Neulich war der Wunsch so groß, mich auf den Boden legen zu können. Neulich spürte ich, für den Bruchteil einer Sekunde nur, wie mein Knie blockierte. Es war mein linkes Knie. Das Knie, das immer schmerzt. Ich spürte dieses Rucken in meinem Gelenk, die Blockade, nicht lange genug, um vornüber zu fallen, aber genug, um für einen Moment der Irritation zu sorgen. Ich fiel nicht. Aber ich wollte fallen.