Seltsames Tier

 

welch seltsames tier du doch bist

verwundbar und fest,

gepanzert und schutzlos

 

häute, hauchdünn, ein feiner schuppenpanzer nur

trennt dich und mich

 

du windest dich, und häutest dich, unter meinen händen

stück um stück, bis dass das ganze tier

bloß liegt, und mit ihm sein kern

 

dein innerstes nach außen gekehrt,

wartest du

auf meine wandernden finger

 

jemand hat den himmel ausgewaschen

nun gleicht er deinen augen

blau und wächsern, ausgelaugt

 

wusstest du, dass

die kerzenflamme keinen schatten wirft?

ich wusste es nicht

 

das tote licht tanzt

auf deinen wangen

du windest dich