Kaspar Hauser

Die banale Erkenntnis, dass es immer einen schöneren, talentierteren, gebildeteren Menschen geben wird als dich selbst.

Und die erschütternde Feststellung, wie sehr das schmerzt.

Die Erkenntnis, dass man nur weitermachen kann, wenn man aufhört, sich mit anderen zu vergleichen.

 

Zum Trost gibt mir mein Analytiker eine kleine Handreichung - einen Auszug aus Tucholskys Kaspar Hauser:

 

Und immer sind da Spuren,

und immer ist einer dagewesen,

und immer ist einer noch höher geklettert

als du es je gekonnt hast, noch viel höher.

 

Das darf dich nicht entmutigen.

Klettere, steige, steige.

Aber es gibt keine Spitze.

Und es gibt keinen Neuschnee.

 

Und tatsächlich tröstet mich das, für einen Moment zumindest. Trotzdem bleibt die Lähmung und das Gefühl, nichts schreiben zu können, nichts von Bedeutung jedenfalls.