Manchester

Manchester. Diesmal keine in den englischen Farben eingefärbten Facebook-Profile. Seltsamerweise nur bei einem Medienprofi wie Ulf Poschardt. Und das, obwohl die Sache ja ziemlich out ist, ziemlich pathetisch wirkt. Es scheint, als wolle gerade niemand Manchester sein, und man war ja auch schon Charlie und Nizza und Berlin. Und irgendwann will man vermutlich auch mal man selbst sein, und außerdem wird ein Facebook-Profilbild in den Manchester-Farben auch nicht den Schmerz lindern, und selbst eine "Manchester United"-Referenz erscheint abgeschmackt. Und dann schweigt man doch lieber.

 

Außerdem macht der Terror müde. Zwingt zum immer gleichen Plattitüden-Austausch. „Wir lassen uns nicht unterkriegen!“, ist natürlich leicht gesagt, in Wahrheit haben wir natürlich schon Schiss, wenn wir jetzt auf Konzerte gehen. Wir wollen uns auch nicht verführen lassen zum Hass gegen eine ganze Gruppe, zum Kampf der Kulturen, aber selbst das interessiert die Täter, deren Antrieb Hass? Frustration? ist, doch nicht wirklich.

 

Neulich noch plante ich meinen Trip nach Manchester. Vielleicht schockt mich deshalb der Terror besonders? Nicht, weil ich denke: „Es hätte auch dich treffen können!“, denn es kann einen überall treffen, gleich morgen könnte mich ein Bus treffen, oder ein Blitz. Ich glaube, es liegt einfach daran, weil ich mich den Menschen in Manchester und Liverpool so verbunden fühle, weil ihre Herzlichkeit und der wunderbare Humor und diese Bodenständigkeit (ein anderes Wort habe ich nicht dafür) zu berückend sind.