Wie ich wurde, was ich bin

 

Als Teenager stellte ich den Schulbesuch ein und las stattdessen Nietzsche. Das ist kein guter literarischer Umgang für eine Vierzehnjährige. Die Sache wurde etwas besser, als ich Thomas Mann und Günter Grass verfiel, literarisch, weil kunstvolle Wortkaskaden über nihilistische Schwermut hinweghelfen. Aber dann verliebte ich mich in Kafka, und keine Liebe zu Kafka kann glücklich enden.

 

Ansonsten verschwendete ich meine Jugend in billigen Punkkaschemmen. In Lederminirock, Netzstrümpfen und kaputten Springerstiefeln. Nicht jeder kann cool sein. Und wir sind hier nicht in fucking Berlin. „Kind“, sagten besorgte Verwandte, „aus dir wird nie etwas werden!“ Das bestätigte sich, als ich mich nach dem Studium als Unternehmensberaterin verdingen musste. So kann es gehen im Leben. Allgemeine Tendenz trotzdem: Es geht bergauf.


Was ich bin

Vor allem bin ich eine Schreibende. Ich schreibe Literatur- und Kunstkritiken, Reportagen und Essays. Meine Themen sind Medien und öffentliche Meinung, Psychoanalyse, Feminismus, Rechtsextremismus, Sachsen, Sprache und Literatur. Ein Roman ist auch in Arbeit. Es geht um Social Media (bitte lachen Sie jetzt nicht!). Obgleich keine Digital Native, habe ich viele Social Media Identitäten. Sie finden mich u.a. auf Facebook, Twitter und Instagram. 

 

Zynismus ist meine bevorzugte Art, mit den Zumutungen dieser Welt umzugehen. Bitte lesen Sie mich also unter keinen Umständen, wenn Sie keinen Sinn für Ironie haben. Außerdem bin ich melancholisch und meistens wütend. Angry Young Woman. Nicht reich und auch nicht schön (kann ja noch werden). Wenn ich groß bin, wäre ich gerne Hunter S. Thompson. Oder Courtney Love. Ich überlege noch. Ich versuche auch manchmal authentisch zu sein. Im Grunde empfinde ich das aber als Zumutung.

 

Geboren wurde ich in Bautzen, wo es mehr als Senf und Sorben gibt, aber vor allem Langeweile. Dort besuchte ich das Sorbische Gymnasium. Mit 14 zog ich nach Dresden, wo ich prompt begann, die Schule zu schwänzen. Mit 16 ging ich dann aber doch wieder zur Schule und machte auf dem Marie-Curie-Gymnasium mein Abitur. Zwischendurch bekam ich ein Kind, weswegen ich den Traum einer Punkrock-Karriere (Gott sei Dank) aufgab und stattdessen Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaften sowie Kunstgeschichte studierte. Danach arbeitete ich vier Jahre lang für eine Unternehmensberatung. Seit 2016 studiere ich im Master Kultur- und Medienwissenschaften bei Prof. Lars Koch in Dresden. Ich schreibe für den Freitag, taz, 10nach8, Die Zeit, Die Welt, das Dresdner Kulturmagazin, 360 Gramm Dresden, die Pop-Zeitschrift, EMMA u.v.m.